Museumstour in Golden und Annas erster Geburtstag

(gesendet am 28. February 2012)
Guten Abend miteinander!
 
In der Hoffnung, daß heute der Versand besser klappt (vor zwei Wochen gab es aus mir nicht ersichtlichen Gründen ein Problem mit dem Server), gibt es wieder eine Statusmeldung aus Colorado. Um dem Text gleich vorwegzugreifen: Die Fotos dessen, was unten steht, gibt es unter http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=62 zu bestaunen.
 
Und gestaunt haben wir auch nicht schlecht, als wir vor einer Woche am Samstag nach Golden aufgebrochen sind, und neben den immer wieder kolossalen Bildern, die einem die Rocky Mountains bieten, unsere Tour über das Gelände des Colorado Railroad Museums begonnen haben. Abgesehen davon, daß sich verblüffenderweise herausgestellt hat, daß das Bild des „Railroad Tycoons” als skupellosen Menschen (wie es z.B. in „The Good, the Bad, and the Ugly” oder, auf deutsch, „Zwei glorreiche Halunken” dargestellt wird) als absolut zutreffend herausgestellt hat. Davon abgesehen, daß wir den Eindruck hatten, zu Goldgräberzeiten gab es hier mehr Eisenbahnlinien als Goldgräber selbst, war es wohl wirklich so, daß die Streckenlegung und Zugfahrten ein aufs Allerheftigste umkämpftes Geschäft waren. Und nicht wenige haben in ebenso ehrgeizigen wie waghalsigen Unternehmungen Geld, die Gesellschaft und schlußendlich auch ihr Leben verloren.
 
Allerdings gab es auch Gesellschaften, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts z.B. Anglerfahrten für Fischer in Denver beworben haben, bei denen der Freizeitangler mitten unter der Fahrt entlang am Colorado Creek den Zug anhalten und aussteigen konnte, und bei der Rückfahrt am Abend wurde man wieder aufgegabelt. Laut Museumsbericht hat die betreffende Eisenbahngesellschaft in dieser Zeit hunderttausende von Fischen im Colorado Creek ausgesetzt, um das Angeln attraktiver zu machen.
 
Anschließend ging es ins Buffalo-Bill-Museum, zu dem schon die Anfahrt atemberaubend ist. Geographisch gesehen zwar zu Golden gehörig, liegt das Museum auf dem Lookout Mountain über der Stadt, der seinen Namen nicht von ungefähr hat: Man fährt mit dem Auto eine kurvenreiche Straße hinauf, immer an der Felswand entlang, und ist innerhalb kürzester Zeit knappe 1000 Meter über der Stadt. Das ist ein Anblick, den man sonst nur aus im Landeanflug befindlichen Flugzeugen kennt.
 
Vom Museum selbst gibt es nicht allzuviel zu berichten, da wir da schon ziemlich geschafft waren. Was wir gelernt haben: Ende des 19. Jahrhunderts hätten unsere Ururgroßeltern die Gelegenheit gehabt, Buffalo Bill auf seiner Europatournee in München zu sehen. In Portugal war er leider nicht…
 
Und der Höhepunkt dieses Wochenendes war natürlich Annas erster Geburtstag, den wir mit einer amerikanischen Party gefeiert haben. Auch das Kuchenessen mit den Fingern durfte nicht fehlen; allerdings haben wir dann doch verhindert, daß sie (wie in diversen Hollywoodstreifen zu sehen) eine komplette Torte zermantschen durfte. Außerdem war die viel zu gut; Anna hat es dann vorgezogen, ihr Kuchenstück ganz anständig mit der Plastikgabel zu verzehren. Denn davon hat man ja dann doch mehr.
 
Nächstes Wochenende geht’s dann wieder rund, aber mehr wird noch nicht verraten. Einstweilen viele Grüße und eine gute Woche allerseits!
 
Euer Anderl